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Statement zur Kombiklasse
Geschrieben von: Michael Beck   
Dienstag, den 11. August 2009 um 18:32 Uhr
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Grundsätzlich sind der Elternbeirat und der Jugendförderverein der Wolfgang-Spießl-Schule gegen eine Einführung von Kombiklassen an unserer Schule.
Wenn man sich vom Konzept einer Kombiklasse, insbesondere einer Kombiklasse 1/2, wie sie also hier eingeführt werden soll, verschafft, fällt auf, dass dadurch die Klassenstärke erhöht wird. Dies ist bedingt dadurch, dass aus den ursprünglich vorhanden 4 Klassen (zwei 1. Klassen; zwei 2. Klassen) 3 Klassen resultieren (eine 1. Klasse; eine 2. Klasse; eine Kombiklasse 1/2). Rein bildungstechnisch gesehen ist es allerdings Ziel, möglichst

geringe Klassenstärken zu haben, um eine bessere Förderung der Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Ergo wäre die Umsetzung einer Kombiklasse eher Rück-, als Fortschritt. In diesem Punkt wird klar, dass es sich hier weniger um die Förderung der Schülerschaft und damit um die Förderung der Bildung in Bayern handelt, sondern viel mehr um das Einsparen von Lehrern. Genau das Gegenteil sollte aber der Fall sein. Bildung ist das Kind der Gesellschaft und dafür sollte auch gesorgt werden, sei es, wie in diesem Fall, durch geringere Klassenstärken. Es wird also deutlich, dass eine Kombiklasse und die damit verbundenen größeren Klassen im Endeffekt weniger lukrativ sind, als eigentlich „beabsichtigt".

Bisher konnten unsere Kinder, trotz der „dreihäusrigkeit", ortsnah beschult werden, getreu dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege", sodass die Schule innerhalb kürzester Zeit und mit geringem Aufwand (Weg, Zeit, Kosten) zu erreichen war. Mit der Einführung dieser Kombiklasse müssen erstmals ganze Klassen mit dem Bus befördert werden. Folglich wären die bisher eingesparten Aufwendungen Vergangenheit. Es müssten zusätzliche Buslinien organisiert werden, die die Kinder von A nach B und wieder zurück von B nach A befördern. Auch hier wird erneut deutlich, dass eine Einführung einer Kombiklasse weniger lukrativ, als eigentlich „beabsichtigt" scheint. Auch für die Eltern hat dies Auswirkungen, die dadurch möglicherweise, bzw. zwangsweise und vorsätzlich einen Mehraufwand durch ständiges (tägliches) „Hin- und Hertransportieren" ihrer Kinder haben, sofern diese die Bushaltestelle nicht zu Fuß erreichen können.

Da die Einführung der Kombiklasse seitens des Schulamtes mit dem, dem Amt zur Verfügung stehenden Lehrerstunden begründet wird, ist Zusammenfassend festzustellen, dass eine Kombiklasse bayernweit gesehen zwar für die Finanzen des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Vorteile im Sinne von „Lehrereinsparung" birgt, dennoch leiden darunter die eigentlich beteiligten, nämlich die Eltern, Lehrer und primär die Kinder. Man setzt bei uns den Alltag einer bisher gut funktionierenden Schulfamilie aufs Spiel, um dadurch materiellen Gewinn zu erzielen; wobei auch dieser materieller Gewinn stark anzuzweifeln ist, da man schlussendlich ja zusätzliche Kosten verursacht.

Bei anderen Schulen mag die Einführung von Kombiklassen durchaus Sinn machen, wenn z.B. die Mindestklassenstärke pro Klasse unterschritten wird und die Kinder somit an einen anderen Ort transportiert werden müssten.

Wir sind uns allerdings sicher, dass die Schulleitung und der Lehrkörper der Wolfgang-Spießl-Schule alles daran setzen werden, damit die Kinder dieser beiden Jahrgänge keine Nachteile im Sinne der Vermittlung des Unterrichtsstoffes haben werden. Der Elternbeirat und der Jugendförderverein werden dieses Bemühen bestmöglich unterstützen.

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 12. Oktober 2010 um 19:01 Uhr )